Die Whitsundays

Zumindest eine der vielen Inseln dort.

Betreffend Kapitalvernichtung durch Kettenemails mit Powerpointanhängen

In alten eMails zu Wühlen ist eine durchaus unterhaltsame Tätigkeit, vor allem, wenn man dabei auf solche Dinge wie die nun folgende Reaktion meinerseits anno 2008 auf eine Kettenemail mit nutzlosen Powerpointanhang stößt. Die mit der Reaktion bedachte Person hat mir auch seitdem keine weiteren eMails dieser Art mehr zukommen lassen. Man kann also 3 Jahre später sagen, dass das ROI durchaus akzeptabel ist. Aber lest selbst…

Guten Tag Xxxx Xxx,

entgegen landläufiger Meinungen bezüglich des nichts Kosten von Zeit
stimmt dies nicht so ganz. Da wir in einer kapitalistischen Gesellschaft
leben, ist der Spruch "Zeit = Geld" durchaus das Gesetz, nach dem sich
jederlei Aktivität zu richten hat.

Nehmen wir als Beispiel mal einen durchschnittlichen Hungerlohnverdiener,
der 10 Euro pro Stunde netto verdient. Wenn sich dieser Mensch eine
geschätze halbe Stunde mit dieser Power Point Präsentation
auseinandersetzt (5 Minuten zum Öffnen, dann 25 Minuten, um die 100 Folien
durchzuklicken und zu lesen, 5 Minuten, um Power Point wieder zu beenden),
entsteht ihm ein theoretischer Schaden von 5 Euro für eine Tätigkeit, die
er im Nachhinein bereut.

Es ist zu erwarten, dass nun der noch ungläubige Mensch einwirft, dass der
durchschnittlicher Hungerlohnverdiener in dieser halben Stunde ja eh nicht
gearbeitet hat (sofern er diese Power Point Präsentation brav zu Hause
angeschaut hat...) und ihm damit auch kein Kapital verlorengegangen ist.
Dies ist auch richtig, wenn man nur den Trivialfall "Gegenwart" betrachtet.

Unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen (was zum gesunden
Menschenverstand gehören sollte) sieht man eine Lawine von
Konstellationen, die dem armen Hungerlohnverdiener dann doch noch von
seinem ohnehin knappen Vermögen noch ein weiteres Stückchen entreißen. Man
kann sich zum Beispiel folgende Situation vorstellen: In der halben
Stunde, die der arme Hungerlohnverdiener für die Power Point Präsentation
geopfert hat, lief im Fernsehen eine Informationssendung über die
artgerechte Zucht von Kaninchen und eine Prognose über den Aufwärtstrend
in der Kaninchenzucht. Zufälligerweise verdient unser Beispielsmensch
seinen Hungerlohn bei einem Zulieferer für Kleintierzuchtbedarf, genauer
in der Abteilung, die ein umweltfreundliches Kleintiermiststreu herstellt.
Sein Job besteht darin, jeden Tag mit einer Schaufel Rohspäne in eine
laute Maschine zu füllen. Manchmal darf er auch mit einem Besen die Späne,
die er danebengeworfen hat, zusammenkehren.
Hätte er etwas über den in der TV Sendung veröffentlichen Trend gewusst,
hätte er dies seinem Chef mitteilen können und er wäre früher oder später
zum Vorarbeiter der Rohspäneeinfüllung geworden. Wie sich das auf sein
Vermögen auswirkt, muss man hier ja nicht weiter darlegen.

Dieses Beispiel zeichnet sich vor allem durch seinen konkreten
Realitätsbezug und durch die Anwendbarkeit des selben in vielerlei
Bereichen aus.

Offensichtlich ist natürlich, dass die Vergangenheit für den
Hungerlohnverdiener nicht direkt eine Rolle spielt, außer sein derzeitiges
Hab und Gut fußt hauptsächlich auf geliehenem Geld. Aber das ist eine ganz
andere Geschichte, und zwar die von den Leute, die sich an der Dummheit
anderer dumm und dämlich verdienen (was wirtschaftlich gesehen gar keine
dumme Sache ist, weil sich dann an denen, die sich dumm und dämlich
verdienen, wieder andere dumm und dämlich verdienen können).

Um zum Thema zurückzukommen: Kapitalistisch gesehen ist Zeitverschwendung,
die der Erhohlung dient, in gewissem Maße durchaus ein Mittel zur
Gewinnmaximierung. Wenn diese Zeitverschwendung aber nicht zur Erhohlung,
sonder zur Steigerung der Unzufriedenheit eines Individuums führt,
entsteht dem gesamten Volk ein Schaden, der sich, umgelegt auf künftige
Entwicklungen, fatal auswirkt.

Am Rande und Ende sei hier noch erwähnt, dass Wünsche ebenso
kaptitalistische Wurzeln haben und deren Erfüllung in 100% der
vorstellbaren Fälle eine kapitalistische Komponente erhält. Auch hierfür
gibt es Beispiele, jedoch führte dies hier zu weit.

Ich bitte in Zukunft um die Beachtung der darniedergelegten Gedankengänge
und verbleibe mit äußerst freundlichen Grüßen,
Maik Fox
---
Diese eMail hat ungefähr 1760 CHF gekostet (ca. 1240 EUR). Dabei sind der
Verschleiß und die Wartung der in Anspruch genommenen Geräte
(Informationstechnologie) nicht einkalkuliert.
---
Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratmitglied
Kapital AG
Zürich, Schweiz


-----Original Message-----
From: xxxxx xxx [mailto:xxxxxxxxxx@web.de]
Sent: Dienstag, 15. Januar 2008 00:08
To: (list of unlucky receipients)
Subject: <n/a>

[Kettenemailinhalt mit Powerpointanhang, Thema: Wünsche, die in Erfüllung gehen??]

Blackdown Tableland National Park

Im Blackdown Tableland National Park in Queensland. Unglaubliche Aussichten, die recht schwierig in Bilder zu packen waren.

 

Dingos auf Fraser Island

Das kommt dabei raus, wenn man in einem solchen, laut Guide doch recht raren, Moment das falsche Objektiv auf der Kamera hat. Trotzdem einigermaßen anschaubar.

Australische Baustelle

Surfers Paradise/Gold Coast

A380 am Flughafen Sydney (SYD)

Ein A380 der Emirates am Flughafen Sydney (SYD), aus Sicht der Tail-Kamera.

Der Schatz liegt im Meer vergraben

Byron Bay

Zugegeben, nicht lange danach hat es ein ganz kleines bisschen geregnet.

Sydney Opera House, 2